LPI

Sprachliche Selbstisolation?

8. September 2010

Der politisch inkorrekte Jargon hat schon, lange bevor mir die Idee für dieses Watch-Blog kam, dazu geführt, das jemand ein “Politisch inkorrektes Wörterbuch” erschaffen hat. Über 140 Begriffe sind auf piwords (dot) wordpress (dot) com bis dato zusammengekommen; ohne innere Distanz von Inkorrekten für Inkorrekte, denn dem uneingeweihten Neuling nicht erschließt sich die inkorrekte Sprache nicht auf den ersten Blick.

Die Überschneidung mit meinem kleinen Notizzettel sind allerdings nicht gerade überragend. Ich bin gespannt, wieviele Sprachcodes ich ausfindig machen kann, bevor sich die Dinge anfangen zu wiederholen. Wobei zu den ersten Charakteristika, die beim Lesen “politisch inkorrekter” Seiten ins Auge fallen, gehört wie repetitiv Themen und Sprache sind.

Reizfiguren

6. September 2010

In Monty Python’s Life of Brian kommt eine Szene vor, die die Schwierigkeiten illustriert, die eine Definition des eigenen Standpunktes in Abgrenzung zu einem Gegner mit sich bringen kann.

Brian: We mustn’t fight each other! Surely, we should be united against the common enemy!
All terrorists and revolutionaries except Brian: The Judean People’s Front?!
Brian: No, no, the Romans!

Die “Politisch Inkorrekten” sind ihrem Namen gemäß also die Negation derjenigen die sich in political correctness üben. Das ist sehr günstig, denn  darunter kann jeder verstehen was er gerade braucht. Politisch korrekt sind diejenigen, die Positionen vertreten, die mit den Positionen eines “Politisch Inkorrekten” nicht in Einklang stehen, im Allgemeinen kann man darunter sämtlich im Bundestag vertretenen Parteien und Politiker (außer sie schreiben gerade mal politisch inkorrekte Bücher, oder halten politisch inkorrekte Reden) und alle Medien der Bundesrepublik (mit Ausnahme natürlich der politisch inkorrekten Blogosphäre) verbuchen.

In der Kategorie “Reizfiguren” sollen im Folgenden die best gehassten Lieblingsfeinde der “Politisch Inkorrekten” vorgestellt werden, samt einer Zusammenstellung der Verbalinjurien zu denen sie die “Politisch Inkorrekten” zu reizen vermögen.

LPI

6. September 2010

Victor Klemperer schrieb in seiner “LTI” über die Sprache des Dritten Reiches:

“Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung da.”

Die Benennung dieses Blogs, in Anlehnung an dieses Werk, mag gleichermaßen Übertreibung wie Anmaßung sein. LPI - language of the politically incorrect. Das Thema in diesem Blog ist die Beobachtung des Denkens einer politischen Szene, die noch vorwiegend virtuell agiert: den (selbst ernannten) Politisch Inkorrekten. Diese sind zwar keine ideologisch homogene Gruppe, aber mit ihren Themen und Ansichten generell zur politischen Rechten der Republik zuzuordnen. In Blogs, von denen das (mit-)namengebende Politically Incorrect (PI) wohl das bekannteste ist, wird mit Vorliebe über und insbesondere gegen den Islam, gegen die EU, gegen Linke und gegen alles was nicht ins rechte Weltbild passt geschrieben und vor allem kommentiert.
Nirgendwo kann man den vom ökonomischen Abstieg verängstigten Kleinbürger besser beobachten. Nicht den unverbesserlichen Anhänger des Nazismus, sondern den Stammtisch-Tribun und die Verbalradikalen, die unter dem Mantel der Anonymität anfangen grundehrlich zu formulieren. Deren Gesinnung, deren Sprache, deren Meme will ich dokumentieren.

Die Hoffnung ist, diese Ideenwelt, durch die Darstellung ihrer ganzen Gemeinheit, Kleingeistigkeit und zuweilen auch Menschenverachtung, bloßzustellen.



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